
Zur Kündigung des Gestattungsvertrages für den Tiessenkai durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsherr Marcel Schmidt:
„Die Entwicklung am Tiessenkai ist ein weiterer schmerzlicher Einschnitt für die maritime Identität unserer Stadt. Während Kiel mit der Nordmole einen funktionierenden Hafenbereich an den Bund abgibt, droht nun mit dem Tiessenkai ein weiterer prägender Ort der Traditionsschifffahrt verloren zu gehen. Das Signal ist mehr als fragwürdig. Wer Kiel als maritimen Standort stärken will, darf nicht zulassen, dass wichtige Hafenbereiche nach und nach ihre Funktion verlieren. Umso unverständlicher ist es, dass weder Ortsbeiräte noch politische Gremien frühzeitig über diese Entwicklung informiert wurden. Ob die Verantwortung dafür bei Bund oder Stadt liegt, ist dabei zweitrangig – entscheidend ist, dass künftig transparenter und frühzeitig informiert wird.
Die aktuelle Debatte greift dabei insgesamt zu kurz. Es reicht nicht aus, ausschließlich über Wohnungsbau oder die Auswirkungen der Vereinbarungen mit der Bundeswehr zu sprechen. Wir brauchen eine umfassende Strategie für die Entwicklung des Kieler Hafens und des gesamten Kieler Nordens. Deshalb halten wir an unserem Vorschlag fest, ein Programm für den Kieler Norden auf den Weg zu bringen, das alle Herausforderungen gemeinsam betrachtet – von der Hafenentwicklung über die Infrastruktur bis hin zur Lebensqualität in den Stadtteilen. Gleichzeitig erwarten wir von der Verwaltung, gemeinsam mit Bund und Land zeitnah eine tragfähige Lösung für den Tiessenkai vorzulegen. Gerade mit Blick auf die Olympiabewerbung kann ein Bauzaun an einer der bekanntesten maritimen Flaniermeilen unserer Stadt keine Dauerlösung sein.
Marvin Schmidt, zuständiges Ratsmitglied der SSW-Ratsfraktion Kiel für den Kieler Norden, ergänzt:
Kiel lebt von seiner maritimen Prägung. Politik auf allen Ebenen betont regelmäßig die Bedeutung der Sailing City und des maritimen Profils unserer Landeshauptstadt. Diesen Worten müssen nun auch Taten folgen. Der Erhalt des Tiessenkais ist deshalb weit mehr als eine Frage der Hafeninfrastruktur: er ist ein Bekenntnis zur Identität unserer Stadt. Bund, Land und Stadt stehen jetzt gemeinsam in der Verantwortung, dieses maritime Aushängeschild dauerhaft zu sichern.“
