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Newsletter 07/2026

Kære venner,

Kiel steht vor wichtigen Weichenstellungen für unsere Stadtentwicklung, unsere Infrastruktur und unsere Identität. Die Veränderungen im Kieler Norden nach der Rückkehr der Marine verlangen nach verantwortungsvollen Lösungen, einer engen Beteiligung der Bürger*innen und gezielten Investitionen in die betroffenen Stadtteile. Gleichzeitig muss Stadtentwicklung immer die Bedürfnisse der Menschen im Blick behalten. Das gilt auch für eine Verkehrspolitik, die eine verlässliche Gesundheitsversorgung nicht erschwert. Daneben wollen wir das Kieler Schloss zu einem lebendigen Ort der Geschichte, Kultur und Begegnung weiterentwickeln. Unsere Stadtgeschichte, einschließlich der Zeit der Zugehörigkeit zum dänischen Gesamtstaat, verdient einen festen Platz im Herzen Kiels und kann zugleich ein wichtiger Impuls für die Zukunft unserer Stadt sein.

Kiel entwickelt sich dann erfolgreich, wenn wir Veränderungen gemeinsam gestalten und dabei die Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Außerdem gibt es in dieser Sonderausgabe zwei besondere Veranstaltungshinweise:
  • am 07.07. um 18 Uhr lädt der SSW seine Mitglieder zum Sommerstammtisch im Mango's am Alten Markt in Kiel ein. Zur Anmeldung meldet euch bei marcelschmidt.kiel@outlook.com.
  • am 11.07. findet in Kiel der Christopher Street Day statt, an welchem der SSW ebenso partizipiert und noch Unterstützung sucht. Bei Interesse meldet euch bei jaqueline-huels@web.de.
Eure SSW-Ratsfraktion Kiel

Kieler Norden gemeinsam gestalten – Verantwortung statt Stillstand

Mit der geplanten Rückkehr der Marine auf große Teile des ehemaligen MFG-5-Geländes steht Kiel vor einer der größten stadtentwicklungspolitischen Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte. Die veränderte Sicherheitslage in Europa ist Realität und macht Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands notwendig. Gleichzeitig bedeutet dies erhebliche Veränderungen für unsere Stadtentwicklung. Das ursprünglich geplante Quartier Holtenau-Ost mit tausenden Wohnungen kann nicht wie vorgesehen entstehen. Damit stehen wir vor der Aufgabe, dringend benötigten Wohnraum an anderer Stelle zu schaffen und die betroffenen Stadtteile zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Für uns als SSW-Ratsfraktion war deshalb von Anfang an klar: Die Politik muss Verantwortung übernehmen und konstruktiv an Lösungen mitarbeiten. Der in der Ratsversammlung beschlossene Kompromiss schafft die Grundlage dafür, sowohl den berechtigten Interessen der Bundeswehr als auch den Belangen der Stadt gerecht zu werden. Entscheidend ist nun, die Bürger*innen umfassend einzubeziehen. Die notwendige Vertraulichkeit der Gespräche ließ dies bislang nicht zu – jetzt muss dieser Beteiligungsprozess nachgeholt werden. Mit Stadtteilkonferenzen, Bürgersprechstunden, einer engen Einbindung der Ortsbeiräte und regelmäßigen Berichten der Verwaltung wollen wir die Menschen aktiv an der weiteren Entwicklung beteiligen. Gleichzeitig brauchen wir ein Förderprogramm für den Kieler Norden, um Infrastruktur, Nahversorgung, Mobilität und Lebensqualität gezielt weiterzuentwickeln und Nachteile auszugleichen.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Kiel übernimmt mit der Stärkung des Marinestandortes eine wichtige Aufgabe für die Sicherheit unseres Landes. Dafür erwarten wir zugleich, dass Bund und Land ihrer Verantwortung gerecht werden und die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen unterstützen. Unser Ziel bleibt, den dringend benötigten Wohnungsbau zügig voranzubringen und den Kieler Norden gemeinsam mit den Menschen vor Ort nachhaltig zu stärken.
Unser Ziel bleibt, den dringend benötigten Wohnungsbau zügig voranzubringen und den Kieler Norden gemeinsam mit den Menschen vor Ort nachhaltig zu stärken.
- Marcel Schmidt
Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel

Gesundheitsversorgung braucht pragmatische Verkehrspolitk

Die aktuelle Debatte um das Anwohnerparken am Städtischen Krankenhaus zeigt ein grundsätzliches Problem auf: Bei verkehrspolitischen Entscheidungen werden die Belange medizinischer Einrichtungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Für viele Patient*innen und Beschäftigte des Krankenhauses ist die Parksituation bereits heute belastend. Pflegekräfte, Ärzt*innen sowie weitere Mitarbeitende leisten Schichtdienste zu allen Tages- und Nachtzeiten und sind dabei oftmals auf das Auto angewiesen. Wenn gleichzeitig bewährte Parkmöglichkeiten wegfallen oder schwerer nutzbar werden, entstehen zusätzliche Belastungen für diejenigen, die täglich die Gesundheitsversorgung in unserer Stadt sicherstellen.

Deshalb braucht es einen pragmatischen Ansatz, der die Bedürfnisse von Beschäftigten, Patient*innen und ebenso Anwohner*innen gleichermaßen berücksichtigt. Die Problematik beschränkt sich dabei nicht auf das Städtische Krankenhaus. Auch aus Arztpraxen, medizinischen Zentren beispielsweise am Prüner Gang, vom UKSH sowie von freiberuflichen Hebammen und ambulanten Pflegediensten sind Beschwerden wegen veränderter Verkehrsführungen oder fehlenden Parkmöglichkeiten für Beschäftigte und Patienten bekannt geworden. Gerade Hebammen und Pflegedienste sind auf flexible und verlässliche Parkmöglichkeiten angewiesen, um ihre Arbeit vor Ort leisten zu können. Medizinische Einrichtungen müssen auch mit dem Auto erreichbar sein, denn nicht alle Patienten sind in der Lage, mit dem Fahrrad zur Arztpraxis zu fahren. Die Stadt sollte deshalb gemeinsam mit den betroffenen Einrichtungen Lösungen entwickeln, die sowohl kurzfristig Entlastung schaffen als auch langfristig tragfähig sind.

Eine moderne Verkehrspolitik darf die Gesundheitsversorgung nicht aus dem Blick verlieren. Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und zur Entlastung von Wohnquartieren sind wichtig. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Auswirkungen auf Krankenhäuser, Arztpraxen und andere medizinische Einrichtungen frühzeitig mitgedacht werden. Wer eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung in Kiel erhalten will, muss dafür sorgen, dass Patient*innen die medizinische Versorgung gut erreichen und diejenigen, die sie tagtäglich gewährleisten, ihre Arbeit ohne unnötige zusätzliche Hürden leisten können.
Wer eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung in Kiel erhalten will, muss dafür sorgen, dass Patient*innen die medizinische Versorgung gut erreichen und diejenigen, die sie tagtäglich gewährleisten, ihre Arbeit ohne unnötige zusätzliche Hürden leisten können.
- Jaqueline Hörlöck und Marcel Schmidt
Gesundheitspolitische Sprecherin und verkehrspolitischer Sprecher der SSW-Ratsfraktion Kiel

Kieler Schloss als Ort der Geschichte und Begegnung weiterentwickeln

Das Kieler Schloss bietet die einmalige Chance, einen zentralen Ort zu schaffen, der Kultur, Bildung und Stadtgeschichte miteinander verbindet. Bislang fehlt in Kiel jedoch ein dauerhafter Ort, an dem die Entwicklung unserer Stadt umfassend erzählt und für Bürger*innen sowie Gäste erlebbar gemacht wird. Gerade die wechselvolle Geschichte Kiels mit ihrer maritimen Prägung und der Zeit der Zugehörigkeit zum dänischen Gesamtstaates verdient eine angemessene und dauerhafte Darstellung.

Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit den Ratsfraktionen der Grünen, SPD, CDU sowie den fraktionslosen Mitgliedern der FDP dafür ein, eine umfassende Dauerausstellung zur Kieler Stadtgeschichte als festen Bestandteil des künftigen Nutzungskonzeptes für das Schloss zu etablieren. Die Geschichte unserer Stadt endet dabei nicht an heutigen Landesgrenzen. Die Zeit der Zugehörigkeit zum dänischen Gesamtstaat hat Kiel nachhaltig geprägt und muss selbstverständlich ihren Platz in einer modernen Ausstellung finden. Gleichzeitig bietet das Schloss die Möglichkeit, mit dem Baltic Art Center und einem offenen kulturellen Begegnungsort Vergangenheit und Zukunft miteinander zu verbinden und das Schloss zu einem lebendigen Mittelpunkt der Stadtgesellschaft zu entwickeln.

Für uns ist das Kieler Schloss weit mehr als ein historisches Gebäude. Es kann zu einem Ort werden, der Identität stiftet, Geschichte vermittelt und Menschen zusammenbringt. Jetzt gilt es, gemeinsam ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das kulturelle Angebote bündelt, die Stadtgeschichte sichtbar macht und das Schloss dauerhaft als offenen Ort für alle Kielerinnen und Kieler etabliert.
Für uns ist das Kieler Schloss weit mehr als ein historisches Gebäude. Es kann zu einem Ort werden, der Identität stiftet, Geschichte vermittelt und Menschen zusammenbringt.
- Marcel Schmidt
Vorsitzender und kulturpolitischer Sprecher der SSW-Ratsfraktion Kiel
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